U17 mit Paukenschlag gegen den Tabellenführer

Nachdem die u17 in der Vorwoche mit Ersatzcoach Isa gegen das Tabellenschlusslicht Wülfrath erst spät ins Spiel fand und mehr schlecht als recht diese Pflichtaufgabe siegreich gestalten konnte, erwartete die Mädchen am vergangenen Sonntag mit dem Tabellenführer aus Köln ein ganz anders Kaliber. Der Kader war an diesem Tag bedingt durch Auslandsaufenthalte und Verletzungen auf 6 Spielerinnen geschrumpft und so startete man ohne hohe Erwartungen gegen die ebenfalls nur zu sechst angereisten Kölnerinnen im Nocken, zumal man das Hinspiel ohne Chance mit mehr als 70 Punkten Differenz abgegeben hatte.

 

Doch wie das im Basketballleben so ist, spielte es sich ohne Druck doch viel leichter und den Fans auf der Tribüne wurde ein echter Krimi geboten, der an Spannung und Dramatik wohl kaum zu überbieten war und erst in der Verlängerung entschieden werden konnte.

 

Aber der Reihe nach: Beide Mannschaften starteten nervös in die Partie und Carlotta erzielte die ersten beiden ihrer an diesem Tag phantastischen 9/10 Freiwurfpunkte in der 2. Minute. Der erste Feldkorb des Spiels ließ dann bis zur 5. Spielminute auf sich warten – aber die Wuppertalerinnen spürten, dass der Tabellenführer zu Beginn äußerst planlos agierte und entschieden das erste Viertel dank sicherer Defense mit 9:7 für sich. Im zweiten Viertel fanden dann beide Mannschaften offensiv besser ins Spiel und die Gäste konnten sich nach zwei verwandelten Dreiern zunächst etwas absetzen (11:17, 14. Minute). Dann aber zeigten die VSTVlerinnen, dass sie in den letzten Wochen auch taktisch dazugelernt hatten und spielten den Größenvorteil von Marie, die in diesem Viertel 11 der 15 Wuppertaler Punkte erzielte, gnadenlos aus. Kein hängender Kopf war zu sehen und alle 6 Spielerinnen schafften es mit unwiderstehlichem Einsatz, zur Halbzeit wieder alles auf Anfang zu stellen (24:24 Halbzeitstand). In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein von Nervosität geprägter Schlagabtausch, bei dem sich zunächst keine Mannschaft absetzen konnte.

 

Die Gäste dezimierten sich schnell auf 5 Feldspielerinnen und schickten die Wuppertalerinnen oft an die Linie, diese wiederum ließen nun leider viele einfache Punkte am Brett und an der Linie liegen. Bis zur 38. Minute gerieten die VSTVlerinnen wieder ins Hintertreffen (41:47) – Auszeit der Coaches, um noch einmal an den Kampfgeist zu appellieren und daran, dass es nun galt, hinten sicher zu stehen und vorne schnell zu Abschlüssen zu kommen. Angeführt von der nervenstarken Carlotta mit Punkten am Brett und von der Linie gelang der Anschluss (47:49, 40. Minute), dann wieder Auszeit Wuppertal, Einwurfsituation im Vorfeld – und Marlen, die bisher eher als Spielgestalterin denn als Scorerin aufgetreten war, verwandelte eiskalt ihren freien Wurf vom Post – Ausgleich, drei Sekunden vor Spielende, keine Chance mehr für den Gegner auf einen sicheren Angriff. Eine Situation, die vor Spielbeginn niemand vorausgeahnt hätte. So erlebten die meisten der VSTVlerinnen die erste Verlängerung ihres Lebens und mussten noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Die Verlängerung begann dann auch vielversprechend, Ana brachte die Wuppertalerinnen in Front und ließ sich nicht davon beirren, dass zuvor einige Bälle am Korb vorbeigesegelt waren.

 

Zwei starke Verteidigungsaktionen, mehrere Möglichkeiten, die Führung auszubauen – aber leider, leider hatten die Wuppertalerinnen nicht mehr das Glück des Tüchtigen. So blieb es eng, ehe die Gäste in der letzten Minute zum 54:56 trafen. 20 Sekunden noch auf der Uhr, ein letzter Angriff war möglich, die Gäste mittlerweile nur noch zu viert auf dem Feld – und dann fiel der Ball mit der Schlusssirene doch daneben. Was für ein Krimi! Die Wuppertalerinnen hätten den Sieg an diesem Tag hochverdient gehabt, am Ende entscheidet dann ein Korb über Freud und Leid. So kann es im Basketball leider gehen. Nachdem ein paar Tränen verdrückt worden waren, wurde man sich aber bewusst, was für eine großartige Teamleistung man gerade gegen einen Gegner abgerufen hatte, gegen den man im Hinspiel nur hatte mitspielen dürfen. Am Ende eine Knappe 54:56 (9:7, 15:17, 8:10, 17:15, OT 5:7) Niederlage – aber mit der richtigen Einstellung. Behalten die Wuppertalerinnen diese Einstellung bei, wird es sicherlich noch einige Siege in der Rückrunde geben.

 

Es kämpften für den VSTV:

H. Wicht, J. Stöttner (4), M. Modrzewski (4), A. Kaurin (5), M. Hübner (22), C. Petri (19), von der Tribüne Lilith und begeisterte Eltern und Freunde – diese Unterstützung wünschen wir uns auch in den verbleibenden Saisonspielen!